Die Schilddrüse

 Die Schilddrüse (lateinisch Glandula thyreoidea oder Glandula thyroidea) ist eine Hormondrüse, die beim Menschen die Form eines Schmetterlings hat. Sie besteht aus zwei Lappen, die durch eine Isthmus genannte schmale Brücke miteinander verbunden sind.

Die Hauptfunktion der Schilddrüse besteht in der Speicherung von Iod und Bildung der iodhaltigen Schilddrüsenhormone Triiodthyronin und Thyroxin sowie des Peptidhormons Calcitonin. Die iodhaltigen Schilddrüsenhormone werden von den Follikelepithelzellen der Schilddrüse (Thyreozyten) gebildet und spielen eine wichtige Rolle für den Energiestoffwechsel, für das Wachstum einzelner Zellen und für den Gesamtorganismus. Calcitonin wird von den parafollikulären oder C-Zellen der Schilddrüse gebildet. Es hemmt den Knochenabbau durch Einbau von Calcium und Phosphat in den Knochen und durch Hemmung der Osteoklasten, die im aktivierten Zustand zu einer Verminderung der Knochensubstanz führen.

Die Schilddrüse ist Ausgangspunkt für zahlreiche Erkrankungen, die unter anderem zu Störungen des Hormonstoffwechsels führen und eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose bzw. Hyperthyreose) hervorrufen können. Näheres dazu später.
In Jodmangel-Gebieten kann kompensatorisch ein Kropf (Struma) oder Knoten entstehen. In Deutschland befasst sich die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) mit ihrer Sektion „Schilddrüse“ mit diesem Organ und seinen Erkrankungen.

 

Kurz zur Anatomie der menschlichen Schilddrüse

Die menschliche Schilddrüse besteht aus zwei Lappen (Lobus dexter und Lobus sinister), die durch einen schmalen Streifen (Isthmus) verbunden sind. Dieser Isthmus befindet sich unmittelbar vor der Luftröhre (Trachea) unterhalb des Kehlkopfs (in Höhe der 2. bis 3. Knorpelspange). Die beiden Lappen der Schilddrüse lagern sich den Seitenflächen der Luftröhre auf, umgreifen diese und sind durch Bindegewebe an sie angeheftet. Die sehr variable Form der Schilddrüse ist am ehesten mit einem „H“ vergleichbar, wobei die unteren Anteile der Längsbalken – die Unterhörner – kurz und breit sind, die oberen Anteile – die Oberhörner – dagegen lang und schmal sind sowie leicht auseinanderdriften.

Die Schilddrüse ist die größte endokrine Drüse des Menschen. Durchschnittlich wiegt die Schilddrüse des Erwachsenen 18–60 g, beim Neugeborenen 2–3 g. Die Normalwerte für die Höhe und Dicke der Schilddrüsenlappen betragen 3–4 beziehungsweise 1–2 cm. Die Breite wird mit 7–11 cm angegeben.

Hinsichtlich des Volumens gilt bei Frauen ein Gesamtvolumen der Schilddrüse von bis zu 18 ml und bei Männern von bis zu 25 ml noch als normal. Gewicht und Größe der Schilddrüse schwanken auch intraindividuell; so sind beispielsweise bei Frauen geringe zyklusabhängige Volumenveränderungen möglich.

Die Blutversorgung erfolgt durch die Arteria thyroidea superior aus der Arteria carotis externa und durch die Arteria thyroidea inferior aus dem Truncus thyrocervicalis der Arteria subclavia. Bei etwa fünf Prozent der Menschen existiert eine zusätzliche, unpaare Arteria thyroidea ima. Diese entspringt direkt dem Aortenbogen und erreicht die Schilddrüse am Isthmus oder an ihrem unteren Pol. Weiterhin versorgen auch kleine Arterienäste aus der Vorder- und Seitenfläche der Luftröhre das Schilddrüsengewebe mit Blut. Alle kleinen Äste der Arterien der Schilddrüse bilden innerhalb des Organs ein Geflecht. Nachdem das arterielle Blut die Schilddrüsenzellen passiert hat, sammelt es sich in kleinen Venen, die unterhalb der Schilddrüsenkapsel ein Geflecht bilden. Der venöse Abfluss erfolgt also hauptsächlich über einen Venenplexus (Plexus thyroideus impar), der über die Vena thyroidea inferior, in die Vena brachiocephalica mündet.

Die zwischen den Zellen der Schilddrüse befindliche Gewebsflüssigkeit (Lymphe) fließt über Lymphgefäße in Lymphknoten ab. Dieser lymphatische Abfluss der Schilddrüse wird über ein gut ausgebildetes System von Lymphgefäßen sichergestellt. Zwischen den einzelnen Lymphgefäßen und Lymphknoten bestehen viele Verzweigungen. Die Lymphgefäße münden im Wesentlichen in die regionären Lymphknoten, die vor allem entlang der großen Halsvenen (Jugularvenen) anzutreffen sind. Die Lymphe eines Seitenlappens kann über Lymphknoten, die sich vor der Luftröhre befinden, auch die nachgeschalteten Lymphknoten des anderen Schilddrüsenlappens erreichen. Dies ist für die Schilddrüsenchirurgie von Bedeutung, da auch Krebszellen sich über Lymphgefäße ausbreiten können.

Die Schilddrüse wird von Nervenfasern des vegetativen Nervensystems versorgt (innerviert). Die sympathischen Fasern stammen aus dem Ganglion cervicale superius (Ganglion cervicale craniale), die parasympathischen kommen aus den Nervi laryngei des Nervus vagus.

 

 

Wirkung der Schilddrüsenhormone

Schilddrüsenhormone wirken auf das Herz und den Kreislauf. Sie können zu einer Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks sowie zu einer Erweiterung von Gefäßen führen. Sie wirken auf den Zucker-, Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, indem sie deren Umsatz steigern. Sie steigern die Aktivität von Schweiß- und Talgdrüsen der Haut und die Aktivität der Darmmotorik. Im Nervensystem führen sie zu einer verstärkten Erregbarkeit der Zellen. Insgesamt wird durch die Wirkung der Schilddrüsenhormone der Energieverbrauch und der Grundumsatz des Organismus erhöht. Folge hiervon ist ein Anstieg der Körpertemperatur.

 

Untersuchungsmethoden der Schilddrüse

Die Schilddrüse kann beim Menschen durch Abtasten (Palpation) des Halses untersucht werden. Bei Hunden gilt eine tastbare Schilddrüse bereits als vergrößert. Eine ausgeprägte Struma ist beim Menschen sichtbar. Eine orientierende Untersuchung der Schilddrüse sollte im Prinzip von jedem Arzt vorgenommen werden können, da Schilddrüsenerkrankungen beim Menschen sehr häufig sind und Berührungspunkte mit fast allen Teilgebieten der Medizin bestehen. Besondere Erfahrung auf diesem Gebiet haben in der Regel Endokrinologen und Nuklearmediziner.

In der bildgebenden Diagnostik werden hauptsächlich der Ultraschall und zur weiteren Abklärung bei Knoten und Funktionsstörungen die Szintigrafie eingesetzt, für spezielle Fragestellungen auch die Computertomografie und Kernspintomografie.

Eine Feinnadelpunktion der Schilddrüse dient zur Gewinnung von Proben für die Zytologie, eine Biopsie für Proben zur histologischen Untersuchung.

Im Labor können der freie T3– und T4-Spiegel sowie der TSH– und Thyreoglobulin-Spiegel bestimmt werden. Auch eine Bestimmung von Schilddrüsenautoantikörpern (TRAK, Tg-AK, TPO-AK) kann vorgenommen werden.

 

Bedeutung von T3

Da aber auch die Bindung von T3 an Eiweiße die Messergebnisse beeinflusst, geht man heute zum Teil dazu über, das freie, nicht an Eiweiße gebundene T3 zu messen, das fT3. Nur die freie Form des Hormons ist letztlich auch im Körper wirksam. Die eiweißgebundene Variante dient als Hormonspeicher, aus dem – wenn nötig – rasch freie Hormone nachgeliefert werden können.

 

Bedeutung von T4

T4 wird von der Schilddrüse gebildet und ausgeschüttet und dient als Vorläuferhormon (Vorstufe) für das T3. Im Blut liegt es an ein Eiweiß gebunden vor, dem Thyroxin-Bindungsprotein (TBG).

Es ist ebenfalls möglich, das freie T4 (das nicht an ein Eiweiß gebunden ist) zu messen, das fT4. Weniger als 0,05 Prozent des Gesamt-T4 zirkulieren als fT4 im Blut. Die beiden Formen unterscheiden sich in ihrer Funktion wie T3 und ft3.

 

Wirkung von  T3 und T4 im Regelkreis der Schilddrüsenhormone

Durch körperliche Belastung oder Kälte wird der Hypothalamus (ein Zentrum im Gehirn) angeregt, TRH auszuschütten. TRH verstärkt seinerseits nun die Freisetzung von TSH aus der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) ins Blut. Auf dem Blutweg erreicht TSH die Schilddrüse und regt diese an, vermehrt T3 und T4 zu produzieren und an das Blut abzugeben. Die Konzentrationen an T3 und T4 im Blut steigen an.

T3 und T4 wirken auf zwei Weisen: Zum einen erhöhen sie den Energieumsatz des menschlichen Körpers und passen ihn somit an Kälte und Aktivität an, zum anderen wirken sie aber auch hemmend auf die TRH- und TSH-Ausschüttung aus Hypothalamus und Hypophyse zurück. Diesen Vorgang nennt man negative Rückkoppelung.

 

In folgenden Fällen werden T3/fT3 und T4/fT4 bestimmt

Die Bestimmung dieser Werte dient der Überprüfung der Schilddrüsenfunktion bei Verdacht auf:

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

 

Mögliche Krankheiten der Schilddrüse

Sowohl die Ursachen als auch die Erscheinungsfolgen von Erkrankungen der Schilddrüse, die auch als Thyreopathien bezeichnet werden, sind vielfältig. Es lassen sich nach Häufigkeit tumorartige Krankheiten (Struma (Kropf), Schilddrüsenautonomie), Entzündungen, gut- und bösartige Neubildungen (benigne und maligne Neoplasien) und Störungen der Organentwicklung unterscheiden. Alle Schilddrüsenkrankheiten können zu Störungen des Hormonstoffwechsels führen. Diese Funktionsstörungen werden – abhängig von der Wirkung der Schilddrüsenhormone auf den Organismus – als Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bezeichnet.

T3/fT3- und T4/fT4-Werte werden im Blut bestimmt.

Referenz-/Normalwerte

 

Einheit

Erwachsene

T3

67 – 163 ng/dl

Erwachsene

freies T3

2,6 – 5,1 pg/ml

Erwachsene

T4

5,1 – 12,6 µg/dl

Erwachsene

freies T4

1,0 – 1,8 ng/dl

 

Bedeutung einer Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Überfunktion befindet sich zu viel Schilddrüsenhormon im Blut.

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann von verschiedenen Krankheiten verursacht werden.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion äußern sich abhängig vom Hormonspiegel unterschiedlich.

Die Hyperthyreose wird durch die Einnahme von Medikamenten, die die Hormonproduktion drosseln oder blockieren, behandelt.

 

Häufig auftretende Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind:

  • Gewichtsverlust
  • vermehrter Stuhlgang
  • Schlaflosigkeit
  • innere Unruhe, Herzklopfen,
  • erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Hitze sowie starkes Schwitze

 

Mögliche Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion

Ursache können verschiedene Grunderkrankungen sein. Da die verschiedenen Erkrankungen unterschiedliche Behandlungen erfordern, muss unbedingt als erster Schritt die zugrundeliegende Erkrankung erkannt werden.

 

Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion

Zur Behandlung können Medikamente eingesetzt werden, die die Produktion der Hormone beeinflussen. Dabei müssen regelmäßige Kontrollen zur Anpassung der Dosis stattfinden. Ist eine Therapie mit Medikamenten nicht erfolgreich, können eine Operation oder Radiojodtherapie zur Sanierung der Schilddrüse durchgeführt werden.

 

Behandlung mit Medikamenten bei einer Schilddrüsenüberfunktion

Unter dem Begriff Thyreostatika werden Medikamente zusammengefasst, die die Produktion von Schilddrüsenhormonen drosseln oder blockieren. Diese auch als Thionamide bezeichneten Präparate hemmen bestimmte Enzyme, die am Einbau von Jod in die Vorstufen der Schilddrüsenhormone beteiligt sind.

In speziellen Situationen können auch Präparate mit anderen Wirkmechanismen zum Einsatz kommen (z.B. Perchlorat). Da die Medikamente regelmäßig angepasst werden müssen, sind regelmäßige Kontrollen erforderlich.

 

Mögliche Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Medikamenten bei einer Schilddrüsenüberfunktion

Nebenwirkungen treten am häufigsten in den ersten Wochen der Behandlung auf. Meist handelt es sich dabei um leichte Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Probleme oder allergische Hautreaktionen. Schwere Nebenwirkungen wie Leberschädigungen oder Veränderungen des Blutbildes sind selten, können aber gefährlich sein.

Die gravierendste Nebenwirkung ist ein Abfall der weißen Blutkörperchen (Agranulozytose). Bei Fieber oder Angina-artigen Beschwerden ist daher sofort eine Kontrolle der weißen Blutkörperchen erforderlich.

 

Behandlung durch die Naturheilkunde bei einer Schilddrüsenüberfunktion

In der Naturheilkunde und ganzheitlichen Medizin kommt den verschiedenen Faktoren, die die Schilddrüse beeinflussen, eine große Bedeutung zu. Dabei erfahren mögliche Störungen des vegetativen Nervensystem und weiterer regulierender Hormondrüsen, die eine Funktionsstörung der Schilddrüse bedingen können, eine entsprechende Aufmerksamkeit in der Diagnosestellung. Aber auch der möglichen individuellen Veranlagung zu Schilddrüsenerkrankung wird Beachtung geschenkt.

Vor diesem Hintergrund werden aus Sicht der ganzheitlichen Medizin unter anderem eine Überlastung des Organismus durch Stress, mangelnde Erholungsphasen, wenig Bewegung und frische Luft, seelische Konflikte sowie eine den Stoffwechsel belastende Ernährungsweise als Mitverursacher für Schilddrüsenfunktionsstörungen verantwortlich gemacht.

Zudem stehen auch Narben oder latente Eiterherde (insbesondere an den Zähnen und Mandeln) in Verdacht, Störfelder zu bilden, die die Schilddrüse direkt reizen oder über Hypophyse und Hypothalamus den hormonellen Regelkreis beeinflussen.

Die Schulmedizin begleitend können mittels verschiedener Diagnoseverfahren mögliche Störfelder aufgesucht und beseitigt werden. Dafür stehen zum Beispiel Verfahren wie die Neuraltherapie oder bioenergetische Methoden zur Verfügung. Kalte Lehmwickel werden als lokale physikalische Anwendung empfohlen und gezielte Atem- und Stimmübungen können ausgleichende Wirkungen auf die Schilddrüse haben.

Ausreichend Bewegung an der frischen Luft sowie eine eiweißarme und ballaststoffreiche Ernährung entlasten den Stoffwechsel und regen die körpereigenen Heilungskräfte an. Unterstützend kommen aber auch noch weitere zahlreiche Verfahren in Frage, wie beispielsweise die HomöopathieEntspannungsmethodenBachblütentherapie oder eine Behandlung mit Mineralstoffen nach Dr. Schüßler (Schüßler-Salze).

 

Heilkräuter bei einer Schilddrüsenüberfunktion

Wolfstrapp (Lycopus europaeus) ist ein Lippenblütler und eng mit der Taubnessel verwandt, der er auch ähnlich sieht. Er gehört zu den wenigen Pflanzen, welche die Hormone des Menschen beeinflussen, und hilft deshalb gegen Leiden, die aus einem zu hohen Pegel der Schilddrüsenhormone entstehen.

Wesentlicher Wirkstoff sind die Phenolcarbonsäuren, also die Hydroxyzimtsäure- und Kaffeesäurederivate sowie Lithospermsäure. Diese wirken erstens antigonadotrop (sie hemmen die Bildung von Prolaktin) und zweitens antithyreotrop, greifen also in den Hormonhaushalt ein.

Wolfsfuss ist zwar schon im Mittelalter erwähnt, doch seine wichtigsten medizinischen Effekte entdeckte erst die moderne Wissenschaft: Es handelt sich um eine der wenigen Medizinpflanzen, die den Hormonhaushalt des Menschen beeinflussen, und somit die Hormone der Schilddrüse.

 

Vitamine bei Schilddrüsenüberfunktion

Vitamin D und Calcium wird empfohlen. Da bei einer Schilddrüsenüberfunktion auch der Knochenstoffwechsel beschleunigt ist, steigt der Calciumbedarf, so dass hier eine Nahrungsergänzung erforderlich werden könnte, besonders bei calciumarmer Ernährung.

 

Empfohlene Nahrungsmittel bei Schilddrüsenüberfunktion

Vor allem Nahrungsmittel wie Seefisch, Meeresfrüchte oder bestimmte Mineralwässer enthalten große Mengen Jod. Günstiger ist es, in der täglichen Ernährung jodarme Nahrungsmittel auszuwählen, wie Obst, mageres Fleisch, Reis, Weißbrot statt Schwarzbrot.

 

 

 

Bedeutung einer Schilddrüsenunterfunktion

Der Begriff Hypothyreose beschreibt die Unterversorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen.

Man unterscheidet eine latente (Anstieg des Hormons TSH) und eine manifeste Form (Abfall der Hormone T3 und T4).

Schilddrüsenunterfunktion kann vererbt (selten) oder erworben (häufig) sein.

 

Häufig auftretende Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind:

 

Mögliche Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion

Eine Hypothyreose kann unterschiedliche Erkrankungen als Ursache haben. Grundsätzlich werden die seltenen, angeborenen von den wesentlich häufigeren, erworbenen Formen der Unterfunktion unterschieden.

Angeborene Unterfunktion der Schilddrüse

Rund eines von 3.000 bis 5.000 Kindern kommt mit einer Schilddrüsenunterfunktion zur Welt. In diesem Fall ist die Schilddrüse beim Baby meist gar nicht oder nur verkümmert angelegt. Seltener sind genetisch bedingte Störungen der Schilddrüsenhormonsynthese die ursächliche Erkrankung, die zur Schilddrüsenunterfunktion führt.

Zu den häufigen Anzeichen einer angeborenen Unterfunktion zählen eine verminderte Aktivität des Neugeborenen, eine vergrößerte Zunge, hohes Geburtsgewicht oder Trinkschwäche.

Um Störungen der körperlichen und geistigen Entwicklung zu vermeiden, muss die Unterfunktion bei diesen jungen Patienten umgehend behandelt werden. Deshalb werden in Österreich alle Kinder bereits in den ersten Lebenstagen im Rahmen des sogenannten “Fersenstiches” auf eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion getestet. Bei rechtzeitiger Diagnose und sofortigem Behandlungsbeginn ist die geistige und körperliche Entwicklung des Babys meist nicht beeinträchtigt.

 

Erworbene Unterfunktion der Schilddrüse

Wie die Bezeichnung schon verrät, können verschiedene Erkrankungen im Laufe des Lebens zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Fast immer handelt es sich dabei um Erkrankungen der Schilddrüse selbst:

 

Entzündungen der Schilddrüse

Chronische Immunthyreoiditis: Die vom japanischen Arzt Hakaru Hashimoto erstmals beschriebene Autoimmunerkrankung ist der häufigste Grund für eine Hypothyreose. Das Immunsystem erkennt die Schilddrüse “irrtümlicherweise” als fremd, und produziert Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe: sogenannte TPO-Antikörper (Antikörper gegen Thyreoperoxidase) und Tg-Antikörper (Antikörper gegen Thyreoglobulin).

 

Durch den Gewebszerfall kommt es anfangs zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Monate später normalisiert sich die Schilddrüsenfunktion aber wieder und führt längerfristig zu einer Unterfunktion. Die Entzündung ist meist schmerzlos und wird oft erst bemerkt, wenn schon eine Unterfunktion vorliegt. Betroffen sind vor allem Frauen.

 

Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion

Die Behandlung erfolgt über die Gabe von Hormonen in Tablettenform.

 

Heilkräuter bei einer Schilddrüsenunterfunktion 

Jodhaltige Pflanzen werden empfohlen wie z. B. Islandflechten, Efeu, Thymian, Klette, Hirtentäschel.

 

Vitamine bei Schilddrüsenunterfunktion

Da es bei einer Unterfunktion der Schilddrüse durch eine Behinderung vieler Abläufe unseres Stoffwechsels häufig auch zu einem Mangel an Spurenelementen und Vitaminen kommt, sollten u.a. auch die Blutspiegel von Magnesium, Selen, Eisen, Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin D bestimmt werden.

 

Empfohlene Nahrungsmittel bei Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion klagen die Betroffenen unter anderem über Verstopfung. Die richtige Ernährung ist sowohl als vorbeugende,  als auch als behandelnde Maßnahme daher sehr entscheidend.

Empfohlen wird Brokkoli, Thunfisch, Petersilie, Algen, Spinat, Steinpilz, Hering und Thymian.

 

Schilddrüsenüber oder -unterfunktion aus der Sicht der TCM

So sieht die Traditionelle chinesische Medizin die Schilddrüsenüber- und Unterfunktion: Eine Heilung mit einer Ernährungsumstellung oder mit Kräutern alleine ist nicht möglich, aber eine niedrigere Dosierung der Medikamente sehr wohl.

Mit der passenden Ernährung kannst auch du eine Selbstheilungskräfte anregen und deinen Körper optimal unterstützen.

Die TCM könnte sagen: „Schilddrüse?“ Ich kenne keine Schilddrüse!“

Kaum zu glauben, aber das Organ „Schilddrüse“ ist in der TCM tatsächlich nicht bekannt. Die TCM betrachtet die Symptome und stellt danach die Diagnose.

 

Ernährungsempfehlungen der TCM bei Schilddrüsenüberfunktion:

  • Iss ein gekochtes Frühstück und noch mindestens eine gekochte Mahlzeit am Tag.
  • Iss oft Gemüsesuppe (ohne Knoblauch, Lauch, Zwiebel) und Kompott.
  • Iss häufig Gerichte mit kleinen Mengen Hülsenfrüchten.
  • Iss oft Getreidearten wie Quinoa, Polenta, Reis, Amaranth und Hirse.
  • Iss mäßig Fisch, aber Achtung wegen dem Jodgehalt (besser aus dem See/Fluss als aus dem Meer).
  • Trinke häufig warmes Wasser und Kräutertees (außer Fenchel, Ingwer, Rooiboos).
  • Trinke regelmäßig Tee aus Ackerschachtelhalm (= Zinnkraut), Achtung: nicht bei Morbus Basedow.
  • Reduziere Kaffee und Alkohol.
  • Reduziere scharfe Gewürze, Knoblauch, Zimt, Ingwer, Nelken.
  • Reduziere Fleisch.
  • Verzichte auf Fertigprodukte und Rauchen.

Hast du eigentlich viel Stress? Dieser wirkt nach TCM erhitzend und verstärkt die Symptome des Yin-Mangels. Versuche, ein Stresslevel zu finden, das für dich gut zu bewältigen ist, und gehe nicht zu oft darüber hinaus.

Lege tagsüber kleine Pausen im Arbeitstag ein – ein paar tiefe Luftzüge am offenen Fenster oder der gute, alte Mittagsschlaf helfen dem Yin, sich zu erholen.

Regelmäßiger Nachtschlaf hilft dem Körper ebenfalls, sich wieder zu regenerieren und in seinen Rhythmus zu kommen. Der Schlaf vor Mitternacht ist am erholsamsten.

 

Ernährungsempfehlungen der TCM bei Schilddrüsenunterfunktion:

  • Iss ein gekochtes Frühstück.
  • Iss zusätzlich ein gekochtes Mittagessen und idealerweise auch ein gekochtes Abendessen.
  • Iss oft Eintöpfe, Suppen und Gerichte aus dem Backrohr.
  • Verwende oft Lauch, Haferflocken, Quinoa, Hülsenfrüchte und/oder kleine Mengen Fleisch (32 besten Nahrungsmittel für deine Nieren).
  • Trinke Fencheltee und Rooiboostee.
  • Reduziere kalte Getränke.
  • Reduziere Zucker und Kuhmilch.
  • Reduziere Rohkost, vor allem Tomaten, Gurken, Südfrüchte.
  • Reduziere Kaffee und Alkohol.
  • Verzichte auf Fertigprodukte und Rauchen.

 

Probiere, diese Ernährungstipps einige Monate lang einzuhalten. Danach solltest du merken, dass du weniger frierst und auch die Flüssigkeitsansammlungen im Körper zurückgehen. Der Antrieb kommt zurück und die Verdauung wird besser.

Falls du mit den Hormonen schon gut eingestellt bist und die Symptome nicht mehr merkst, stelle trotzdem die Ernährung um. So kannst du eventuell eine Dosisverringerung erreichen.

Schilddrüsenprobleme gehören nach TCM zu den Nieren, zur Milz, zur Leber und zum Herz.

Der Hauptunterschied zwischen Schilddrüsenunterfunktion und -überfunktion ist nach TCM das Kälte- bzw. Wärmegefühl.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der Mensch kälteempfindlich und friert leicht, bei einer Überfunktion schwitzt er und leidet unter innerer Hitze.

Genau da setzen auch die TCM-Ernährungsempfehlungen an: kühlen bei Hitze, wärmen bei Kälte.

Bei jeder Art der Schilddrüsenerkrankung solltest du aufhören zu rauchen und Alkohol und Kaffee stark reduzieren.

Eine regelmäßige, nährstoffreiche Ernährung, die du auch gut verdauen kannst, hilft deinem Körper und deiner Schilddrüse, sich langsam wieder zu erholen.

TCM-Kräuter, Akupunktur (z.B. bei Dr. Nicole Konrad, Wien 9) und die richtige Ernährung können dazu beitragen, dass die Dosis der Hormone reduziert werden kann. Ganz von den Medikamenten wegzukommen, ist schwierig bis unmöglich.

Eine Erkrankung der Schilddrüse zeigt aus TCM-Sicht ein inneres Ungleichgewicht an.

Mit der Entscheidung für einen gesunden Lebensstil (Ernährung, Schlaf, Arbeit – Erholung) kannst du dieses Ungleichgewicht wieder in den Griff bekommen und damit viel für deine Gesundheit tun, auch wenn du weiterhin Medikamente nehmen musst.

 

 

 

 

Quellen:

www.netdoctor.at

www.wikipedia.at

www.heilpraxisnet.de

www.ernaehrungsberatung-wien.at

 

 

 

Der Zisano Chip  ist ein spezieller Kristall aus nahezu reinem Silizium, der über harmonische Schwingungen arbeitet und den menschlichen Organismus wieder zu mehr Balance, Stabilität und Wohlbefinden verhilft.