Hyperaktivität bei Kindern

“Sitz still!”, “Hör mir jetzt endlich zu!”, „Schau mich an, wenn ich mit dir spreche!“ … Das sind alles bekannte Aufforderungen, die wir selbst oft zu Ohren bekommen haben oder die wir regelmäßig an unsere Kinder richten.

Besonders Kleinkinder zappeln oft und gerne herum, sind unaufmerksam oder handeln zu schnell und unüberlegt. Unruhige „kleine Geister“ oder „dauersprechende Kinder“ können ganz schön anstrengend sein. Doch dieses Verhalten ist nicht ungewöhnlich und im Normalfall auch völlig unbedenklich. Außer die Hyperaktivität der Kinder nimmt überhand und/oder bringt ernste Probleme mit sich, dann kann es sich um eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung handeln, kurz ADHS.

 

Doch was ist das genau? ADHS?

Hyperaktive Kinder fallen im Vergleich zu Gleichaltrigen oft auf. Ihr Verhalten und ihre Unaufmerksamkeit gehen immer wieder weit über das “Normale” hinaus. Dadurch kann es zu Schwierigkeiten kommen in der Familie und/oder in der Schule. Der Zustand einer Hyperaktivität bei Kindern kann für alle Beteiligten auf Dauer sehr kräfteraubend sein.

Die drei Hauptkennzeichen einer Hyperaktivität bei Kindern sind:

  1. Unaufmerksamkeit:
    Kinder mit ADHS lassen sich sehr leicht ablenken, verlieren schnell die Lust an einer Tätigkeit, sind häufig schusselig oder können Anweisungen kaum folgen.
  2. Unruhe:
    Hyperaktive Kinder haben oft Mühe stillzusitzen. Das kann unter anderem dazu führen, dass sie im Klassenzimmer einfach aufstehen oder über Stühle und Tische klettern.
  3. Impulsivität:
    Durch die Krankheit reagieren die Kinder häufig unkontrolliert und sehr spontan. Sie platzen zum Beispiel dauernd mit der Antwort auf eine Frage heraus, bevor diese beendet ist. Zudem fällt es ihnen oft schwer abzuwarten.

Fachleute sprechen nur dann von ADHS, wenn wissenschaftliche Kriterien erfüllt sind, dazu muss folgendes zutreffen:

  • Eine Mindestanzahl von Anzeichen aus den Bereichen Unaufmerksamkeit, Unruhe und Impulsivität liegt vor.
  • Diese dauern mindestens 6 Monate an.
  • Die Probleme begannen vor dem 7. Lebensjahr.
  • Die Anzeichen zeigen sich in unterschiedlichen Situationen, wie zu Hause und in der Schule oder Freizeit.
  • Die Betroffenen Kinder leiden unter ihren Beschwerden oder sind dadurch im Alltag wesentlich eingeschränkt.
  • Es gibt keine anderen seelischen Erkrankungen, die eine Hyperaktivität erklären.

 

Häufigkeit und Ursache von Hyperaktivität bei Kindern

ADHS ist eine seelische Erkrankung, die meist bereits im Kindesalter beginnt: Etwa 5 von 100 Kindern sind davon betroffen. Die Beschwerden können sich mit dem Älterwerden verringern oder verändern, sie verschwinden aber oft nicht ganz: Etwa 50 bis 80 von 100 Kindern und Jugendlichen mit ADHS haben noch als Erwachsene damit zu kämpfen.

 

Folgendes kannst du selbst tun, wenn du ein hyperaktives Kind hast oder kennst

  • Hilfe annehmen in einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Praxis
  • Im Einzelfall kann es hilfreich sein, auf Lebensmittel mit künstlichen Farbstoffen oder anderen Nahrungszusätzen zu verzichten
  • Auch bestimmte Nahrungsmittel wie Weizenmehl oder Zitrusfrüchte können die Beschwerden bei ADHS möglicherweise beeinflussen
    Ein Ernährungstagebuch kann helfen, das herauszufinden
  • Oft hilft es, sich mit anderen Eltern auszutauschen, die ebenfalls ein hyperaktives Kind haben

Für die Eltern von hyperaktiven Kindern ist oft auch der soziale Druck nicht einfach, wenn Außenstehende das kindliche Verhalten schnell als „ungezogen“ verurteilen ohne eigentlich die Hintergründe zu kennen.

Viele Eltern haben es als sehr hilfreich empfunden, sich mit den Gründen für die kindlichen Verhaltensauffälligkeiten vertraut zu machen, um mit Vorurteilen aufzuräumen. Dies ist einerseits wichtig, um die eigene Unsicherheit und den eigenen Ärger minimieren zu können. Andererseits können Sie als Eltern somit auch ein Stück weit „Experte“ für Ihr Kind werden, können loyaler hinter ihrem Kind stehen und mögliche Vorwürfe von Außenstehenden durch fundiertes Wissen abwehren.

Viele verzweifelte Eltern von hyperaktiven Kindern stellen sich die Frage: Wie kann es sein, dass sich mein Kind in der Schule und bei den Hausaufgaben ständig von der kleinsten Kleinigkeit ablenken lässt, während es sich aber beim Spielen, Fernsehen oder bei einem PC-Spiel stundelang konzentrieren kann?

Plötzlich sind diese auffallend hyperaktiven Kinder in der Lage, stundenlang in ihrem Legospiel zu versinken, sich aufmerksam mit dem neuen Comic zu beschäftigen und sie lassen sich auch von nichts und niemandem während ihrer Lieblingssendung im TV ablenken.
Für Außenstehende entsteht aus diesem Grund dann schnell und oft der Eindruck, dass die Kinder sehr wohl aufpassen „könnten“, wenn sie nur „wollten“ oder wenn sie „richtig erzogen“ wären.

Das sind schlicht Vorurteile und wir möchten daher kurz auf den Ursprung des Aufmerksamkeitsdefizits hinweisen und erklären, warum hyperaktive Kinder eine andere Form der Aufmerksamkeit aufweisen.

Dazu werfen wir einen Blick auf die Gehirnforschung:

Wie Goleman (2014) betont, gibt es nicht DIE Aufmerksamkeit. Wir haben vielmehr verschiedene Aufmerksamkeitssysteme, die für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind. Das eine System befindet sich vorwiegend im Hinterkopf, wobei vor allem tiefe Hirnstrukturen beteiligt sind. Während wir unseren Alltag bestreiten „surrt (dieses System) in aller Stille vor sich hin“ (Goleman, 2014). Es reagiert auf anziehende Bilder, Geräusche, Gerüche und Begebenheiten in unserer Umwelt und antwortet darauf sehr schnell, unwillkürlich und intuitiv. Wir müssen unsere Aufmerksamkeit dann gar nicht bewusst lenken, weil uns etwas intuitiv als spannend oder wichtig erscheint (z.B. das PC-Spiel) oder gewisse Gefühle in uns weckt (z.B. wenn eine Mutter ihren Säugling weinen hört).

Kinder mit ADHS zeigen hierbei eine hohe Antwortbereitschaft: Sie werden fast magisch angezogen von allem in ihrer Umgebung, das groß, hell, laut, farbenfroh ist oder sich bewegt (Zentall, 2005). Ihre Aufmerksamkeit wird von der TV-Sendung oder dem spannenden Spiel derart in Beschlag genommen, dass sie mühelos an diesen Aktivitäten „kleben bleiben“. Die Hausaufgaben oder Unterricht erfüllen diese Kriterien selten, weswegen eine bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit notwendig wird (wir gehen auf diesen Punkt weiter unten vertieft ein).

Diese tieferen Hirnstrukturen arbeiten auch dann, wenn wir gewohnte Routinen ausführen. Bestimmte Alltagstätigkeiten wie das Kaffeekochen, das Abschließen der Türe oder das Autofahren laufen derart auf „Autopilot“ ab, dass wir nicht mehr bewusst über die einzelnen Schritte nachdenken müssen.

Dadurch lässt sich erklären, warum Kinder mit ADHS im Alltag von Routinen profitieren. Sobald bestimmte Abläufe so häufig wiederholt wurden, dass sie in die tieferen Hirnstrukturen verlagert werden, ist kaum mehr bewusste Konzentration für sie notwendig.

Das andere Aufmerksamkeitssystem sitzt vorwiegend direkt hinter der Stirn. Es wird aktiv, wenn wir uns willentlich auf einen gewissen Gedanken oder eine Handlung fokussieren möchten oder wenn wir neue Pläne schmieden und diese in die Tat umsetzen.
Diese Lenkung der Aufmerksamkeit ist vergleichsweise langsam und mit Anstrengung verbunden. Wir benötigen dieses System, um bei zeitintensiven und langweiligen Aufgaben bei der Sache zu bleiben, um unwichtige Reize auszublenden und uns selbst zu beherrschen.

Interessanterweise sind diese Hirnbereiche dazu in der Lage, unbemerkt in einen anderen Modus umzuschalten: Unsere Aufmerksamkeit wird dann unbewusst nach innen gerichtet: die Gedanken beginnen zu schweifen und wir versinken in Tagträumereien. In diesem Zustand nehmen wir kaum mehr wahr, was um uns herum passiert. Gleichzeitig ist die bewusste Aufmerksamkeitslenkung blockiert –wir registrieren also überhaupt nicht, dass wir nicht mehr bei der Sache sind.

Mithilfe von bildgebenden Verfahren konnte man nachweisen, dass ADHS-Betroffene sehr viel häufiger in diesen „Gedankenschweifmodus“ fallen. Dieser Modus hat einen entscheidenden Vorteil: Er trägt dazu bei, dass unkonventionelle Lösungen gefunden und Probleme auf eine kreativere Art und Weise gelöst werden können. Gleichzeitig verhindert dieser Modus, dass relativ langweilige Aufgaben konzentriert zu Ende gebracht werden können, aber auch dass neue Informationen abgespeichert werden – das Lernen wird dadurch uneffektiv.

Was lernen wir jetzt daraus?
Wir können davon ableiten, dass sich hyperaktive Kinder anders konzentrieren:
Ihr „hinteres Aufmerksamkeitssystem“ ist hoch aktiv und sorgt dafür, dass Betroffene blitzschnell von neuen, spannenden oder emotionalen Reizen angezogen werden. Auf der anderen Seite ist die bewusste Aufmerksamkeitslenkung im vorderen Aufmerksamkeitssystem durch die relativ häufigen Gedankenabschweifungen und Tagträumereien vielfach blockiert.

ADHS ist demnach kein „Aufmerksamkeitsdefizit“, sondern ein „Aufmerksamkeits- lenkungsdefizit“. Die Schwierigkeiten treten deshalb insbesondere bei Aufgaben auf, die lange andauern und für das Kind langweilig sind.

So kannst du dein hyperaktives Kind bei den (Schul)Aufgaben optimal unterstützen:

  1. Spannende, ablenkende Reize mit Aufforderungscharakter im Blickfeld und in Hörweite reduzieren
  2. Das Kind dazu anregen, seine aktuelle Konzentrationsfähigkeit einzuschätzen
  3. Dem Kind vermitteln, wie es bewusst in die Arbeit ein- und wieder aussteigen kann
  4. Dem Kind durch Signale helfen, sich von Tagträumen zu lösen und sich wieder auf die Aufgabe zu konzentrieren
  5. Regelmäßige Pausen eingelegen, während derer sich das vordere Aufmerksamkeitssystem erholen kann

Grundsätzlich gibt es viele Ursachen für Hyperaktivität bei Kindern. Wie es dazu kommt, ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass vor allem Erbanlagen und Einflüsse aus der Umwelt dazu beitragen.

Stichwort: Einflüsse aus der Umwelt, ein wichtiges und heikles Thema, speziell jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie …

Es war und ist eine schwierige Zeit. 2020/2021 das Jahr der Pandemie, der Isolation, der Angst und der vielen offenen Fragen. Nicht nur wir Erwachsene, sondern speziell unsere Kinder leiden unter der neuen Situation.  Distance Learning, keine sozialen Kontakte, kein Austausch mit Freunden, Maskenpflicht, Desinfektion … alles dreht sich nur noch um das eine Thema.

Viele Kinder ziehen sich zurück, fühlen sich nicht mehr sicher, sind überfordert, das führt nicht selten dazu, dass sich auch das Wesen, das Verhalten der Kinder verändert. Hyperaktivität kann auch hier entstehen. Es ist ein „Hilfeschrei“. Oft der letzte Ausweg, um wieder mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Solltest du speziell im letzten Jahr Verhaltensauffälligkeiten bei deinem Kind beobachtet haben, dann muss es sich nicht unbedingt um ADHS handeln. Es können durchaus auch nur vorübergehende, Reaktionen aufgrund der allgemeinen Situation sein.

  • Nimm dir Zeit und sprich mit deinem Kind
  • Hinterfrage ganz genau, wie es sich fühlt, was ihm Angst macht
  • Achte darauf, dass dein Kinde ihre Freizeit nicht ausschließlich vor dem PC oder dem Handy verbringt –) schicke es hinaus in die Natur, an die Frischluft
  • Kinder neigen dazu, sich in virtuelle Welten schnell „einzuleben“, nicht selten machen diverse PC-Spiele aggressiv, verändern die Persönlichkeit
  • Setzt gemeinsam eine begrenzte Zeit fest, in der ausgewählte PC-Spiele erlaubt sind, so bewahrst du den Überblick darüber
  • Durch äußere Reize sind speziell Kinder schnell einmal aus dem Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht muss unbedingt wieder hergestellt werden.

Es gibt aber auch eine Menge – oft unscheinbare Dinge – die sich auf die eigne Harmonie negativ auswirken können. Immer mehr Menschen und leider auch immer mehr Kinder leiden, meist unbewusst, unter Belastungen durch technisch verursachte elektromagnetische, magnetische und elektrische Felder. Müdigkeit, Gereiztheit, Dauerstress, Kopfschmerzen können die Ursache dafür sein.

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Abschließend ist noch zu sagen, dass viele hyperaktive Kinder sehr überrascht sind, wenn sie erleben, dass sie ihre Verträumtheit auch als Stärke nutzen können. Gelingt es ihnen, die Stärke hinter der Schwäche im Alltag zu entdecken, wird auch ihr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl gestärkt.

 

„Das größte Kompliment, das du deinem Kind machen kannst ist, es zu akzeptieren, wie es ist“

 

 

Autor: Yvonne Brecka

 

Quellenangabe:

https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/adhs#

https://www.mit-kindern-lernen.ch/adhs-lernstoerungen/ads/247-kinder-mit-ads-adhs-konzentrieren-sich-anders

 

 

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